Wegen eines aktuellen Projekts hatte ich das Vergnügen, mich mit der Google Maps API zu beschäftigen und möchte nun einige Infos dazu schreiben.
Neben der bekannten Möglichkeit, Google Maps kostenlos im Browser zu benutzen bietet Google gleich mehrere APIs an mit denen man die gesamte Funktionalität dieses Dienstes in seine eigene Webseite integrieren und anpassen kann. Besonders interessant sind dabei die JavaScript API, die Static Maps API und die Web-Dienstleistungen API.
Die Web-Dienstleistungen API bietet unter Anderem die Möglichkeit der Geokodierung. Damit kann man eine beliebige Adresse in Geo-Koordinaten, also Längen- und Breitengrade konvertieren. Ohne diese Koordinaten kann man die restlichen APIs nicht sinnvoll benutzen.
Static Maps bietet die Möglichkeit, einen einzigen Kartenausschnitt ohne Javascript anzuzeigen. Man kann Markierungen setzen (auch mit eigenen Bildern) und auch Linien und Formen darauf farbig anzeigen lassen. Die Einbindung geschieht über ein einfaches img-Tag (s. rechts)
Wer jetzt denkt, das ist zu wenig, muss zur JavaScript API greifen. Mit dieser API kann man mit wenigen Zeilen Code die Google Maps Seite mit allen Diensten nachbauen. Jedoch lässt sich die Anzeige zum Beispiel durch gesetzte Markierungen, eingezeichnete Routen, Höhenangaben, Fotos, etc. erweitern. Dadurch kann man zum Beispiel auf einfache Weise eine Umkreissuche realisieren.
Nutzungsbedingungen:
Möchte man die APIs kostenlos nutzen, muss die Webseite kostenlos und für alle verfügbar sein. Man darf insbesondere (außer in der Entwicklungsphase) den Zugriff nicht ausschließlich durch eine Firewall erlauben und ihn nicht auf ein internes Netzwerk oder eingeladene Personen begrenzen. Eine Ausnahme bilden Premier Kunden und Programme auf mobilen Geräten, die in einem Online Store gekauft und heruntergeladen werden können.
Auch wenn man die oben genannten Bedingungen erfüllt, ist die kostenlose Benutzung der APIs leider begrenzt. Mit jeder API darf man am Tag höchstens 25.000 Kartenladevorgänge erzeugen. Als Ladevorgang zählt bei Static Maps das Aufrufen des Bildes, bei JavaScript das Laden eines einzelnen Kartenteils, also eines Quadrats der Karte. Das Geocoding ist auf 2500 Anfragen pro Tag beschränkt. Google bietet eine Übersicht in seiner FAQ. [1] [2]
Möchte man die APIs über diese Bedingungen hinaus nutzen, so muss man zusätzliches Volumen kaufen. Die Preise sind in der o.g. Tabelle ebenfalls aufgeführt. Es kann automatisch über das API Terminal abgerechnet werden, hierfür braucht man einen Google Account.
Bei großer Beanspruchung kann man zur Premier API Lizenz greifen, die $10.000 im Jahr kostet. Bei zugriffsbeschränkten Netzwerken (z.B. durch notwendige Anmeldung oder in internen Netzwerken) ist man dazu sogar verpflichtet, da man nur in diesem Fall von den Bedingungen befreit wird. Pro Tag sind das etwa $30, was bei einem gewöhnlichen Account etwa 32.000 Ladevorgängen pro Tag entspricht.
Fazit
Insgesamt sind die APIs ein sehr guter und gut dokumentierter Dienst, der für kleine und Große Projekte einsetzbar ist. Sobald man jedoch über 25.000 Zugriffe hinausgeht wird die Benutzung schnell sehr teuer.
